Guido von Les Montagnards fährt uns und zwei nette Österreicherinnen, die auf dem GTA nach Süden unterwegs sind, nach dem Frühstück um 7:15 Uhr die kleine Strasse 400m höher bis zum Pian della Mussa. Molto Grazie!! Hier starten wir zunächst zu viert, dann biegen die beiden zum Refugio Gastaldi ab. Wir aber verlassen die GTA, gehen von hier aus einen Teil der Tour de Bessanese zum Refuge d‘Averole. Dazu müssen wir über den Passo Collerin, mit 3207m unsere erste Höhe über 3000m. Wir haben den Pass vor Jahren schon einmal gemacht, allerdings umgekehrt. Wir wissen: Nachdem das Grün im Aufstieg verschwunden ist, wechseln sich Felsen und Blockgelände und dann später Restschneefelder auf dem Weg nach oben.
Hier müssen wir teilweise etwas aufpassen, Bäche haben den Schnee unterhöhlt und wir könnten einbrechen. Nach einem letzten Blockgelände kommt der ultimative Aufschwung: eine krass steile Schuttrinne führt die letzten knapp 90m hoch. Sehr hilfreich sind dicke Taue, die teilweise am Rand an den Felsen angebracht sind. Geschafft! Erst mal umschauen!
Von hier geht es dann weiter über Felsen, dann über einen Restgletscher und Schneefelder auf der französischen Seite in Val d´Averole. Zwei Stunden später laufen wir 1000m tiefer in der Refuge d’Averole ein. Statt alkoholfreiem Bier gibt es eine ganz erfrischende Ingwerlimonade.
Ein größere Gruppe Franzosen bestimmt den Ort relativ laut bis zum Abendessen. Hier sitzen wir mit einer netten französischen Familie am Tisch, wir können ein bisschen radebrechen, nach dem Essen laden mich die Kids zu einer Runde Uno ein. Vermutlich mein erstes Uno seit 60 Jahren. Nette und höfliche Kinder – haben sie mich sicher gewinnen lassen!
Mit einem deutschen Paar aus der Nähe von München tauschen wir noch ein paar Bergerlebnisse, auch sie waren schon in vielen Ecken unterwegs. Morgens geben sie uns noch einen guten Tipp zum Weg, der ganz oben unter dem Übergang weggerutscht und noch nicht wieder verfestigt ist, wir sind das oberhalb umgangen, danke dafür!
Vom Refuge nehmen wir auch etwas zu essen mit – das nächste Ziel ist leider unbewirtschaftet. Schön, das das auf der Averole so klappt! Ansonsten ist die Hütte eher etwas rudimentär – funktioniert aber! Zwei Frauen machen es möglich!
