29.07.2026 vom Rifugio Soria Ellena zur Refuge de Nice

Die kleine Jagd mit den Jungs und ein schön ins Gelände gelegter Anstieg bringt uns dann schnell zum zum Col de Fenestre.  Vorher kommen wir noch an einem alten Bunker vorbei, hier läßt sich ein ausgewachsener Steinbock von uns in den Gängen überraschen.

Der Col de Fenestre als Italienisch- französische Grenze hat im zweiten Weltkrieg eine dramatische, tragische Rolle gespielt. Der Pass diente im September 1943 als Exilweg für die jüdische Gemeinde von Nizza, die vor der Ankunft der deutschen Truppen floh, die die italienischen Besatzungstruppen ersetzten. Viele werden auf der italienischen Seite im Konzentrationslager interniert, einige dann nach Auschwitz deportiert. Eine Gedenktafel am Pass erinnert an die Flucht von diesen etwa 1.000 Juden während des Zweiten Weltkriegs:

Im September 1943 versuchten hunderte von Juden aus ganz Europa, häufig vergeblich, sich über diesen Pass vor der antisemitischen Verfolgung zu retten. Du, der Du dich frei bewegen kannst, bedenke, dass das geschehen ist, immer wenn Du toleriert hast, dass jemand anderes nicht die gleichen Rechte wie Du hatte

Ein paar hundert Meter tiefer liegt wunderschön und nicht zu kalt der Lac de Fenestre. Sehr gut in der Zeit und schon viel geschafft an diesem Tag, springen wir hinein. Wir lassen uns Zeit, auch wenn wir noch einen Pass, den Colomb, vor uns haben.

Oben angekommen geht es durch eine schmale Felskluft in den steilen Abstieg, der durch gut angelegte treppenartige Stufen entschärft ist. Weiter unten verlaufe ich mich fast und folge zwei Bergläufern, die wir heute morgen schonmal gesehen haben – bis Cilli mich zurückpfeift, wir müssen hoch, nicht runter. An der Staumauer des zugehörigen Sees bewundern wir kurz die Kletterkünste eines Steinbockweibchens, umrunden dann den See und sind an der Refuge de Nice, also in Frankreich, angekommen.

Die Hütte ist sehr voll, außerdem zelten sehr viele Leute hier zusätzlich um die Hütte herum. Was die vielen Steinböcke, aber sogar die Gämsen eher anzulocken scheint. Auch scheint die Verwaltung des Parks sehr freizügig mit der Möglichkeit zu zelten umzugehen.

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AutorIn
Günter Bergmann

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