01.08.2026 Vom Refuge Fontanalbe nach Tende

Nach dem Frühstück (halbtrockenes Brot, Butter, Marmelade, Café mit eingerührtem Milchpulver als Ersatz) fragen wir noch kurz den Hüttenwirt, wie es zu der Sperrung des Weges gekommen ist. Eine Frau wurde von einem runterkommenden Stein getroffen, daraufhin hat sie die Behörde alarmiert, daraufhin wurde der Weg gesperrt. Es bleibt unklar, was der Hüttenwirt davon hält. Dieser Teil des Weges ist von mürbem Kalkgestein betroffen. Allerdings bleibt die Frage, wie mit so einer Situation umgehen?

Wir brechen auf Richtung Casterino, das liegt im Ausgang des Val Fontanalbe. Sehr schön steigen wir auf kleinen Pfaden zwischen Lärchen immer tiefer, folgen Cillis Wegplanung. Unten im Ort angekommen (es gibt ein bischen Tourismus, zwei kleine Hotels, ein paar E- Mountainbiker, überlegen wir kurz angesichts der schon prallen Hitze (aber nichts im Vergleich zu dem, was uns in den nächsten Tage noch tiefer erwarten wird!), ob wir trampen sollen. Dann entscheiden wir uns dagegen, weil wir einen Wanderweg entdecken, der bei AlpenvereinAktiv gar nicht eingezeichnet ist. Die nächsten Stunden geht es in schönem Wald zwischen Felsen in einem langen Bogen um den Berg herum.

Am Ende bleibt jedoch noch ca. 4 Kilometer Teerstraße, die uns in Serpentinen vom Berg und schließlich in das teilweise mittelalterliche Städtchen Tende hereinführt. Durch die Schatten spendenden Gassen werden wir quasi automatisch ins Café du Sport am zentralen Platz geführt. 2 Demi Litre Pression spülen den Staub erstmal heraus. Dabei gewöhnen wir uns daran, daß die Straße die Auffahrt zum Tendapass ist. Und scheinbar ist es eine unvergleichliche Leistung, übermotorisiert und ausgestattet wie Hulk, die Freundin auf dem Sozius, den Berg hochzubrettern. Dazu kommt, dass heute in Tende auch ein Treffen der Cinquecento Fans vom Fiat Club organisiert wurde, ca 50 Oldtimer signalisieren Französisch-Italienische Völkerverständigung.

Vorgestern noch auf dem Mont Bego ist dieser Wechsel etwas krass: wir brechen auf in unser Quartier, heute der kommunale Campingplatz. Ein Stück aus dem Ort, hinter dem Krankenhaus, über eine kleine Brücke. Oje, hier sollen wir schlafen?  Auf dem Vorplatz haben sich Camper auf diesem vermutlich günstigen Teerplatz zwischen ein paar Bäumen aufgebaut, das Gebäude wirkt erstmal etwas runtergekommen, ich bin versucht wieder zu gehen. Die klügste Scoutin sagt, erstmal anschauen. Wir warten also bis halb vier (erst dann kommt die Geschäftsführerin). Das Zimmer ist absolut einfach, aber mit Dusche, ist sehr sauber. Alla hopp, erstmal Duschen, kurz eine Runde schlafen. Schon etwas wiederhergestellt fragen wir die Frau an der Rezeption nach einem Restaurant. Freundlich gibt sie uns einen wirklich guten Tipp, in einem originellen Restaurant genießen wir deren Kochkunst und ausgeklügelte Pfiffigkeit.
Auf dem Weg dahin schon etwas fürs Frühstück morgen eingekauft (morgen ist Sonntag, wir müssen früh los). Wieder ein voller Tag, wir fallen ins Bett.

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AutorIn
Günter Bergmann

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