Das internationale Auschwitz Komitee erkennt in der Abwahl Orbáns, dass „eine scheinbar unumkehrbare Entwicklung der Demokratiezerstörung und Selbstherrlichkeit“ beendet werden kann „Plötzlich ist der Kaiser nackt, und wir erkennen seine Erbärmlichkeiten und unsere Möglichkeiten aufs Neue“ so die Präsidentin des Komitees und Auschwitzüberlebende Eva Umlauf (Frankfurter Rundschau 14. April 2026).
Eine jener unvorhersehbaren, unerwarteten Entwicklungen hin zum Positiven, auf die gesellschaftlich gehofft wird, von denen einige Kühne zwar noch visionär träumen, aber auch bereits fest ausgehen. Ein kurzer Moment der Stille und der Vorstellung sei erlaubt: was wird das für eine befreite Welt sein – ohne Trump, Putin, Netanjahu und die anderen autoritären Kriminellen, Völkerrechts- und Menschenrechtsverletzer! Zwar werden vermutlich andere Personen nachrutschen, die das sterbende System erstmal stabilisieren. Tatsächlich ist aber bereits ein nur 5 Minütiger Aufenthalt in dieser Vision – ungefähr so lange wie das Lesen dieses Textes dauert, absolut gesundheitsfördernd!
Weiter mit dem Möglichen: was, wenn die Bundesländer endlich das PRÜF- Verfahren über die Zulässigkeit von rechtsradikalen Parteien in der Bundesrepublik einleiteten? Ein einfacher fast formaler demokratischer Vorgang. Ganz schnell landete das selbstherrliche „Regierungsprogramm“ der AFD ohne noch mehr Schaden anzurichten im Papierkorb.
Ebenso sinnstiftend und deshalb leicht umzusetzen sind derzeit Sonntagsfahrverbote und Tempo 100 auf den Autobahnen. Anlässlich der Lage bei Hormus besteht hier sogar für die CDU ohne Gesichtsverlust die Möglichkeit, aus der Förderung fetter Zusatzgewinne der Mineralölkonzerne auszusteigen. Notorische Lobbyistinnen und achselzuckende Verbrennerinnen wie Katharina Reiche konfrontiere man mit der Lektüre „Das Ministerium für Zukunft“ von Kim Stanley Robinson. In diesem als Science Fiktion geschriebenen Roman löst im Jahr 2025 (!) eine lang andauernde extreme Hitzewelle in Indien mit Millionen Toten ein globales Umdenken aus. Es entsteht als globale Instanz das „Ministerium für Zukunft“. Für Frau Reiche ist hier kein Platz.
Diese Klimafiktion ist in Thailand heute (April 2026) anbrechende Realität. Gegen Temperaturen von gefühlt 50° C versucht die Regierung dort mit über 300 kostenlosen Kühlzentren für die ärmere Bevölkerung, Überleben zu ermöglichen.
So weit weg muss man mit unseren Handlungsmöglichkeiten aber nicht gehen, unsere DAV Sektion muss dazu als Mitglied im UmweltForum Mannheim nicht mal in die Alpen. Hintergrund: Mannheim war 2025 mit 38C° die heißeste Stadt in Deutschland. Deswegen sind die über 2000 heißen Schottergärten in Mannheim seit 2020 in Mannheim auch nicht mehr erlaubt. Das Verbot mit durchzusetzen ist für den mitgliederstärksten (Umwelt)Verein in Mannheim eine sinnvolle Aufgabe – und für die Gletscher in den Alpen, gegen die Klimakrise, auch für die Artenvielfalt hier mehr als eine Ehrennadel wert.
Unsere ganz eigenen Möglichkeiten bringen wir ein, uns für Bezahlbaren Wohnraum in Mannheim zu engagieren. Hier zeigt sich am deutlichsten die Gerechtigkeitslücke und die fehlende Demokratie.
Langfristig helfen kann hier nur Gemeinwohlorientierung: fünf spannende Wohnprojekte aus München, Tübingen, Gundelfingen, Karlsruhe und Heidelberg stellen sich dazu am 19. Juni, pünktlich ab 19:00 in der Abendakademie Mannheim vor. Einen Tag später, am 20.Juni ab 14:00 Uhr feiern wir dann – vielleicht auch mit Euch? das 10jährige Bestehen unserer Wohnprojekte nach dem Modell des Mietshäuser Syndikats auf dem Turley Gelände in Mannheim.
In der Zwischenzeit versuchen wir uns natürlich fit zu machen für die Berge, diverse Trainingswanderungen, Fatburner Pfalz, Pfälzer Königsweg, das Allgäu, das Val Grande … Schwimmen, Radfahren, Kiesertraining, Yoga … Und am 26. Juni – ein paar hundert Kilometer später! geht es endlich los ins letzte Drittel! Und wenn es gut läuft, wir unsere Möglichkeiten nutzen konnten, baden wir unsere Füße dann nach weiteren 550 Kilometern und 42 Tage nach dem Start in Quincinetto im Mittelmeer!

