Die Kindergruppe hat sich als garnicht dramatisch herausgestellt, eher witzig. Auch den Bus unten in Montespluga haben wir pünktlich erreicht. Es braucht 2 Sorten Fahrkarten – für die italienische und die Schweizer Seite – die Schweiz dreimal so teuer wie in Italien. Am Berghaus oben am Splügenpass steigen wir aus, wandern von hier erstmal leicht ansteigend den Hang nach Norden zur Tamboalp, die sich unterhalb einer Skistation befindet. Die Alpe wird von einer Gruppe junger Freiburger betrieben – wohl so als bezahlter Urlaub. Wir ziehen daran vorbei und klettern hoch zum Areua Pass auf 2508m, trocken, aber leider immer noch bei kaltem Wind.
Grün und steil windet sich der Weg hinauf, ebenso steil geht es drüben in den Abstieg. Es ist sehr einsam, lediglich zwei Frauen, die die Runde Nufenen/Splügen laufen kommen uns von unten entgegen. Gerade in dem Moment, an einer sehr steilen Stelle bricht einer von Cillis Carbonstöcken durch, einmal falsch belastet. Quelle Dommage! Ein Schreck und die Frage, was bedeutet das für den Weiterweg und die Planung? Erstmal gebe ich Cilli meinen zweiten Stock bis wir diese Steilstelle hinter uns haben. Hier unten dreht das Curciosa Tal nach Westen, Richtung San Bernadino. Wir wechseln uns mit den Stöcken ab, ein kleiner letzter Hungerast stoppt uns im Aufstieg nochmal kurz, dann erreichen wir das Tagesziel, das Bivacco Curciusa. Es liegt knapp unterhalb der Passhöhe von 2430m. Das Hüttchen ist relativ neu und bietet Platz für maximal 12 Personen, eine Anmeldung ist erforderlich.
Noch sind wir alleine, finden das Gasventil, setzen erstmal Wasser auf. Bereits wenig später kommt ein Jugendlicher mit zwei ca. 12jährigen Mädels im Schlepptau, als Vorhut einer Schweizer Familie. Die Mutter will übermorgen mit ihren Freunden hier einen runden Geburtstag feiern. An diesem Abend essen wir alle zusammen, es ist ganz nett, unsere mitgebrachte, extra vom Hüttenwart der Bertacchi Hütte abgefüllte Bolognese Sauce fließt mit ins Essen ein. Der Junge hat gerade seinen Schulabschluss gemacht (und beginnt bald eine Ausbildung als Zimmermann), ist natürlich happy, aber auch etwas kaputt von der kurzen Nacht vorher.
Jetzt gibt es aber noch ein kleines Ständchen für Cilli: auch sie feiert hier und heute an diesem tollen Platz ihren Geburtstag! Dazu gibt es Kuchen und kleine Kerzen vom Lago di Lei. Und von der einen Frau einen Holzstock für den Abstieg morgen. Wunderbar!
Dann verschwinden auch wir, etwas angeschlagen vom steilen Übergang und dem Stockverlust früh im Bett.