Die Tendenz setzt sich rapide fort, gute Entwicklungen in- und außerhalb und für die Berge als Synonym für die Umwelt sind Mangelware, sind rückläufig. Die Erwärmung der Alpen, auch der weltweite CO2 Verbrauch nehmen unvermindert stark zu.
Der Alpenverein als großer deutscher Akteur kommt leider selbst auch nicht über eine Zustandsbeschreibung („Berge in Bewegung“) heraus und diskutiert – womöglich im Strudel des allgemeinen politischen Roll Backs? – lediglich die möglichen und nötigen Anpassungen an die Klimakrise im Bergsport. Ist es nicht mehr, was es jetzt braucht?
Aus dem Verein heraus eine wirklich zukunftsorientierte Umweltpolitik, Stellung beziehend oder gar im Sinne der noch lang lebenden DAV-Jugend als kämpferische Diskussionen zu erwarten, ist viel verlangt. Der Verein selbst ist per Satzung eher so gestrickt, alle politischen Diskussionen zu umgehen.
Kann man das heute? Schon einmal in der Vereinsgeschichte gab es die Idee, sich lieber rauszuhalten, den „Bergfrieden“ innerhalb der Sektionen nicht zu stören. Wohin 1924 die fehlende Auseinandersetzung um die Sektion Donauland führte, kann jeder/jede nachlesen.
Ein lebendiger Verein bräuchte gerade heute eine Debattenkultur – davon ist der DAV noch ein Stück weg. „Berge in Bewegung“ im neuen „Panorama“ ist eine gute Bestandsaufnahme. Lösungen gegen die Klimakrise bietet die Diskussion leider nicht.
Dabei könnten über 1,5Mio berg- und umweltbegeisterte Mitglieder aus vielen Teilen der Gesellschaft ein Potential sein, außerhalb von Parteienstreit und damit verbundenem Wählerfang nötige gesellschafts- und umweltpolitische Themen zu diskutieren. Wo, wenn nicht hier? Es braucht wieder Mut zur Diskussion über die eigenen Blasen hinaus!

Die Klimakrise ist inzwischen längst nicht mehr losgelöst und „unpolitisch“ zu behandeln. Einige Beispiele: die Rückabwicklung des Gebäudeenergiegesetzes, das Aus für das schon beschlossene Verbrenner-Aus, das abgeschwächte Lieferkettengesetz, der undifferenzierte Bau Turbo, das fehlende Plastikverbot, das nach wie vor fehlende Tempolimit: alles Themen, die die individuellen Anstrengungen der Menschen, fossile Energie einzusparen, konterkarieren.
Die Klimakrise lässt sich nicht losgelöst angehen ohne die Themen Demokratie, Gerechtigkeit und Rückverteilung zu behandeln. Der Armutsbericht der Bundesregierung widmet der Klimakrise ein ganzes Kapitel. Die meisten Menschen haben ein starkes Interesse an unserem Planeten, können sich die nötigen Maßnahmen zur Rettung selbst jedoch kaum leisten. Gleichzeitig zerstören einige sehr Wenige die Erde aus brutaler Machtgier, diese Reichsten sitzen an den Hebeln der Macht, stürzen ganze Erdteile in Krieg und Verteilungskämpfe. Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit müssen deshalb zusammen gedacht werden. Arme zu beteiligen und Reiche zur Verantwortung zu ziehen – das gehört zur Rettung der Alpen dazu. Die CO2 Abgabe ist endlich an die Bevölkerung auszuschütten. Demokratische Prozesse dahin müssen gestärkt und gefördert werden, autokratische Klimaleugnung und nationalistische Tumbheit dürfen sich nicht durchsetzen! Weder in den USA, noch hier bei uns.
Das Programm für unsere Bergtouren, der dritte Teil unserer Alpenlängsdurchquerung aber auch noch Einiges mehr ist online auf der Homepage des DAV Mannheim seit dem 17.12.
Bis dahin, wir freuen uns!
